Großstädte (> 500 Tausend)

*: gehört zu den Top 16 von Europa

Großstädte (> 100 Tausend)

Mittelstädte (> 20 Tausend)

Kleinstädte (> 5 Tausend)

Augsburg

Die ehemalige nach Kaiser Augustus benannte Hauptstadt der römischen Provinz Raetia kann auf eine 2000 jährige bewegte Geschichte zurückblicken. Die frühere Freie Reichsstadt war jahrhundertelang neben Köln und Prag eine der bedeutendsten Städte des Heiligen Römischen Reiches. Hier trafen sich die Kurfürsten zu ihren Reichstagen. Zwei Kaufmannsdynastien prägten die Entwicklung der Stadt, die Familien der Welser und der Fugger, die das weltweit größte frühkapitalistische Handels- und Banken-Imperium ihrer Zeit aufbauten – mit der ersten Börse auf deutschen Boden (1540).

Nach der Reformation wurde hier 1555 der Augsburger Religionsfriede geschlossen, quasi der Abschluss der Reformation mit dem Ergebnis: „Wer das Land regiert, solle den Glauben bestimmen.“
Mit dem Friedensfest (am 8. August) feiern die Augsburger:innen jedes Jahr das Ende des 30jährigen Krieges. Sie haben damit die meisten gesetzlichen Feiertage in Deutschland.
Im Lechviertel wurde am 10. Februar 1898 der berühmteste „Sohn der Stadt“ Bertolt Brecht  geboren. Sein Geburtshaus  ist seit 1998 ist ein Museum.

 

Heidelberg

Es gibt wenige Superlative, die für Heidelberg noch nicht verwendet wurden. Drei Millionen Touristen strömen jedes Jahr in eine der schönsten und berühmtesten Städte Deutschlands. Sie wurde als eine der wenigen deutschen Großstädte während des Zweiten Weltkriegen nicht zerstört. Die beeindruckende Schlossruine und die älteste deutsche Hochschule in der malerischen pulsierenden Altstadt zusammen mit unglaubliche Nachtansichten prägen den außergewöhnlichen Charakter Heidelbergs.
Auch Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten. Die herrlich grüne Hügellandschaft und Spaziergänge am Neckar, auf den Heiligenberg oder Königsstuhl versprechen Erholung pur.

 

Münster

Während des Zweiten Weltkrieges wurden große Teile der historischen Altstadt
zerstört, danach auf Drängen der Einwohner aber die Kalksteinfassaden aus der Renaissance und der Gotik sorgfältig rekonstruiert, so dass heute die „Skyline“  von den romanischen und gotischen Türmen der mittelalterlichen Kirchen geprägt ist.
Bekannt als Stadt des Westfälischen Friedens (zusammen mit Osnabrück) ist Münster aber auch als Fahrrad-, Glockenspiel-, Skulpturen-, Ballon- und Türmerinstadt. Auszeichnungen gab es ua. als Fahrradfreundlichste bzw.
Kinderfreundlichste Stadt Deutschlands und sogar als Lebenswerteste Stadt der Welt in ihrer Kategorie.

Im Sommer 2017 war Münster zum fünften Mal Austragungsort für die Skulptur Projekte, ein Kunstfestival, das alle 10 Jahre Kassels Dokumenta fast in den Schatten stellt, da der Stadt stets einige Skulpturen erhalten bleiben und das Stadtbild nachhaltig verändert haben.
Im Hafen- oder Hansaviertel hat sich mit dem Kreativkai erst vor wenigen Jahren eine „Hipstermeile“ entwickelt mit zahlreichen Cafés, Bars und Restaurants.
Einen Besuch wert ist auch das Kreuzviertel mit seinen Jugenstilvillen.

Bamberg

Unter den schönsten Altstädten Deutschlands hat die Altstadt Bambergs sehr weit vorne. Über 2400 Häuser stehen unter Denkmalschutz und so ist es kein Zufall, dass die Bamberger Altstadt seit 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die aufwändig verzierten Fachwerkhäuser, altehrwürdigen Kirchen und verträumten Brücken lassen keinen Besucher kalt.
Im Welterbe-Besucherzentrum zeigt eine multimediale Ausstellung interessante Einblicke in die Entstehung und Bedeutung der Altstadt.

Seit 1990 bereichern namhafte internationale Künstler (Botero, Avramidis, Lüpertz oder Wortelkamp) mit Ausstellungen im Künstlerhaus Villa Concordia (Wasserschloss!), die den den Grundstein für den überregiolnal bekannten Skulpturenweg legten.
Die Bierstadt Bamberg hat elf aktive Brauereien in unmittelbarer Altstadtnähe (Schlenkerla mit dem berühmten Rauchbier und Fässla mit dem stärksten Bier der Stadt).

Ulm

Ulm war bis 1802 Freie Reichsstadt, bis 1810 bayerisch, seitdem württembergisch und getrennt vom Gebiet rechts der Donau, das bei Bayern blieb und sich zu Neu-Ulm entwickelte.
Im 18. Jahrhundert war Ulm auch Ausgangspunkt der Auswanderung der Donauschwaben, die mit sogenannten Ulmer Schachteln in ihre neuen Heimatländer im Südosten Europas fuhren.
Ulm haben vor allem in der Nachkriegszeit eine interessante bauliche Entwicklung hinter sich. Die Stadt hatte den Mut, ihre größte Nachkriegsbausünde in einem langwierigen Prozess durch die „Neue Mitte“ zu ersetzen und damit zu einem Mekka für Stadtentwickler und Architekturfreunde zu werden.

 

Stolz ist die Stadt auch auf ihre berühmten „Töchter“ und „Söhne“, allen voran Albert Einstein, die Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl, die ab 1932 in Ulm aufwuchsen, sowie die Schauspielerin Hildegard Knef, die hier 1925 geboren wurde.
Eher von trauriger Berühmtheit ist dagegen der „Schneider von Ulm“, Albrecht Berblinger, dessen Flugversuch 1811 aber nicht am unzulänglichen Fluggerät, sondern an fehlender Kenntnis der Gesetze der Thermik scheiterte. Als wirklicher Flugpionier rehabilitiert, erinnert die Stadt inzwischen mit dem Berblinger-Preis für Innovationen in der zivilen Luftfahrt an den Ulmer Schneidermeister und Erfinder
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