Dass Nürnberg im Mittelalter zu den reichsten und größten Städten des Heiligen Römischen Reiches gehörte, zeigt die (fast vollständig wieder aufgebaute) Stadtbefestigung mit gewaltigen Mauern und Wachtürmen. In den damaligen Konkurrenzstädten Köln und Prag ist ähnliches nicht mehr zu sehen.
Mit der Kaiserburg hatten die Deutschen Kaiser und Könige eine ihrer wichtigsten Pfalzen. Sie diente v.a. Kaiser Karl IV. als zweite Residenz neben Prag. Daran erinnert auch das berühmte „Männleinlaufen“ der mittelalterlichen Kunstuhr-Rarität über dem Balkon der Frauenkirche: jeden Mittag um 12 Uhr huldigen die sieben zur Kaiserwahl berechtigten Kurfürsten dem römisch-deutschen Kaiser.

 

Bild Kurz&knapp * id
Nürnberg Albrecht-Dürer-Haus,
einziges, weitestgehend original erhaltene Künstlerhaus der Renaissance in Nordeuropa
, einzigartiges Zeugnis für die bürgerliche Wohnkultur aus Nürnbergs Blütezeit. Hier lebte und arbeitete eine der größten Künstler Europas von 1509 bis zu seinem Tod im Jahre 1528.
5* 203
Nürnberg Altstadt mit Stadtmauer, -graben (1450),
europaweit einzige mittelalterliche Großstadt mit weitgehend restaurierter (5 km langen) Stadtbefestigung
. Besonders eindrucksvoll sind die geschickte Integration der weitläufigen Burganlage, die mächtigen Tortürme sowie die Brücken und Bauten über die ein- und ausfließende Pegnitz. Weitere Highlights der Altstadt: Hauptmarkt, Lorenz- und Sebalduskirche, Weißgerbergasse und der Henkersteg.
6*
204
Nürnberg Dokuzentrum Reichsparteitagsgelände (2001),
auch architektonisch gelungene Ausstellung, den Größenwahn des NS-Regimes aufzuzeigen
: Planungen u.a. für das größte Stadion der Welt, das mehr als 400.000 Menschen Platz bietet, und eine Kongresshalle für 50.000 Menschen mit 70 m Höhe und dem weltweit größten frei tragenden Dach!
4* 205
Nürnberg Germanisches Nationalmuseum (1852),
größtes Museum zur Kultur, Kunst und Geschichte im deutschsprachigen Raum
. Über 25.000 dauerhaft ausgestellte Originale ermöglichen eine Zeitreise vom steinzeitlichen Faustkeil über den Ezelsdorfer Goldkegel, mittelalterliche Skulpturen von Veit Stoß und Riemenschneider, den Behaim-Globus, die Kaiserbilder Dürers bis hin zu den Selbstbildnissen von Rembrandt und Kirchner.
6*
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Nürnberg Marktplatz Frauenkirche (Foto: Ruediger Hess),
mit dem brühmten Glockenspiel „Männleinlaufen“, einer mittelalterlichen Kunstuhr-Rarität. Jeden Mittag huldigen die 7 zur Kaiserwahl berechtigten Kurfürsten dem Kaiser Karl IV. Weltberühmt der Christkindlesmarkt und sehenswert der Schöne Brunnen mit seinem Messingring, Kinderattraktion.
4*

207
Nürnberg Johannisfriedhof,
2013 vom Portal „bestattungen.de“ zum schönsten Friedhof Deutschlands
gewählt, einzigartig vor allem die prächtigen mittelalterlichen Epitaphien. Berühmte Gräber u.a. von A. Dürer, Veit Stoß, H. Sachs, A. Kraft. Sehenswert auch der nahe Hesperidengarten und der Adam-Kraft-Kreuzweg vom Pilatushaus am Tiergärtnertorplatz bis zum Friedhof.
5* 208
Nürnberg Kaiserburg, eine der bedeutendsten Kaiserpfalzen des Mittelalters und Schauplatz zahlreicher Reichsversammlungen.
Seit 1356 bestimmte die Goldene Bulle Kaiser Karls IV., jeder neu gewählte Herrscher müsse seinen ersten Hoftag in Nürnberg abhalten. In der „Kaiserstallung“ befindet sich heute eine der größten und modernsten Jugendherbergen Deutschlands. Der Sandsteinfelsen ist der Bayerngeotop BY 11.
5* 209
Nürnberg Messehalle 3A (2014),
als erste Messehalle weltweit mit der Goldmedaille der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ausgezeichnet, Stararchetektin Zaha HADID. Inzwischen (2018) wurde eine zweite Halle (3C) nach den Plänen der 2016 verstorbenen Architektin errichtet – kaum jemand in der „Butzenscheibenstadt“ hat es gemerkt!
3* 210
Nürnberg Neues Museum für Kunst und Design,
absolut gelungenes Meisterwerk moderner Architektur von Volker STAB (2000), in den Sommermonaten begehbarer Wasserspielbrunnen am Klarissenplatz.
4* 211
Nürnberg Zeltner Wasserschloss,
landesweit einziges Wasserschloss innerhalb einer Großstadt
, ursprünglich ein Hammerwerk, die „Gleißhammermühle“, mehrfach zerstört. 1920 verkaufte die Fabrikantenfamilie Zeltner ihren Sommersitz an die Reichsbahn, seit 1981 im Besitz der Stadt, seit 1982 „Kulturladen“, Einkehrtipp: Café im Schloss.
1*
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Weitere Infos

Aussichtspunkte
  • Kaiserburgterrassen
  • Parkhaus Karstadt Obergeschoss in der Adlerstraße
  • Türme der Kirchen St. Lorenz und Sebald
Wandern/Spazieren
  • Der Grabenspaziergang ist etwa 5 km lang und führt um die Stadtmauer im Mauergraben bzw. an der Mauer entlang.
  • Rundweg um den Wöhrder See mit der neu geschaffenen „Wasserwelt“ am unteren Teil.
Wirkte hier
  • Veit STOSS (1447 – 1533), bedeutender spätgotischen Bildhauers (Englischer Gruß und Rosenkranztafel in der Lorenzkirche, Madonnenstatue in der Frauenkirche).
  • Adam KRAFT  (1455 -1509), Bildhauer und Baumeister (Sakramentshäuschen in der Lorenzkirche).
  • Martin BEHAIM (1459 – 1507), Kartograph, Astronom und Kosmograph,  entwickelte den berühmten Globus.
  • Peter VISCHER (1460 – 1529), Bildhauer und Erzgießer (Selbaldusgrab).
  • Albrecht DÜRER (1471-1528), berühmtester deutscher Maler und  Grafiker im Mittelalter.
  • Peter HENLEIN (1479 – 1542), Schlossermeister, konstruierte die erste „Taschenuhr„.
  • Hans SACHS (1494 – 1576), Spruchdichter, Meistersinger und Dramatiker, verbreitete während der Reformation die Gedanken Martin Luthers und verfasste über 6000 Werke.
  • Georg Simon OHM (1789 – 1854), Physiker (Geburt und Studium in Erlangen), entdeckte 1826 das Ohmsche Gesetz und  wurde 1833 Professor an der Königlich Polytechnischen Schule in Nürnberg, die er von 1839 bis 1849 auch als Direktor leitete und die heute seinen Namen trägt.
  • Sigmund SCHUCKERT (1846 – 1895), gründete die Schuckertwerke, die später in den SIEMENS-Werken aufgingen.
  • Helmut JAHN (geb. 1940, in den USA lebender Stararchitekt (Highlight Towers in München, Sony Center in Berlin, Messeturm Frankfurt)
Feste/Events
  • Christkindlesmarkt mit dem Prolog, den das Nürnberger Christkind zur Eröffnung von der Empore aus spricht.
  • Klassik Open Air am Luitpodhain, die größten Veranstaltungen ihrer Art zumindest in Europa
  • Bardentreffen, dreitägiges Open Air Musikfestival bei freiem Eintritt mit Spielorten in der gesamten Altstadt, jährlich am ersten Wochenende der bayerischen Sommerferien, seit 1976, dem 400. Todestag des Meistersingers Hans Sachs.
  • Blaue Nacht, mit durchschnittlich rund 130.000 Besuchern größte Kultur- und Museennacht in Deutschland, mit einer Vielzahl von Kunststationen (Musik, Tanz, Theater, Kleinkunst, Museen, Führungen, Performances und Installationen). Die  Straßenbeleuchtung leuchtet blau und die Veranstaltungsorte werden mit blauem Licht angestrahlt.
Sonstiges

Im Jahre 1356 wurde  die „Goldene Bulle“ über die Wahlmodulatäten des Römisch-deutschen Königs auf Reichstagen in Nürnberg und Metz verkündet, gültig bis zum Ende des Imperiums im Jahre 1806 .